Ratgeber

Arten von Muttermalen: gewöhnlich, dysplastisch, angeboren

6 Min.

Die Haut eines Erwachsenen trägt im Schnitt ein Dutzend bis mehrere Dutzend Muttermale, und fast alle davon sind völlig harmlos. Trotzdem werden die Alltagsbegriffe — Muttermal, Leberfleck, Schönheitsfleck, Pigmentmal — oft durcheinandergebracht, und die Unterschiede sind verwirrend. In diesem Artikel erklären wir die häufigsten Arten von Muttermalen: welche du einfach im Auge behalten solltest und welche mehr Aufmerksamkeit beim Hautarzt verdienen.

Wie viele Muttermale sind normal?

Die meisten Menschen haben zwischen 10 und 40 Muttermalen am Körper. Sie entstehen vor allem in der Kindheit und Jugend, und ihre Zahl kann bis etwa zum 30.–40. Lebensjahr weiter zunehmen. Das ist völlig normal. Die Anzahl allein ist kein Grund zur Sorge — eine sehr hohe Zahl (mehr als 50) gehört jedoch zu den Faktoren, die das Melanomrisiko erhöhen, und ist ein Grund für regelmäßige Kontrollen beim Facharzt.

Wichtiger als das Zählen von Muttermalen ist es, die eigene Haut zu kennen: welche Muttermale du hast, wie sie aussehen und ob sie sich verändern. Genau dafür haben wir J-Skin entwickelt — eine Körperkarte, auf der du jedes Muttermal markieren und für jedes eine eigene Fotohistorie führen kannst.

Gewöhnliches Muttermal (Nävus)

Das ist der häufigste und "klassischste" Typ — umgangssprachlich oft Leberfleck oder Schönheitsfleck genannt. Medizinisch handelt es sich um einen pigmentierten (melanozytären) Nävus, eine Ansammlung pigmentbildender Zellen (Melanozyten).

Ein gewöhnliches Muttermal ist meist:

Gewöhnliche Muttermale sind fast immer gutartig. Ein einzelnes, stabiles Muttermal mit gleichmäßiger Farbe und glatten Rändern braucht keine Behandlung — Beobachtung genügt.

Dysplastisches (atypisches) Muttermal — warum es Beachtung verdient

Ein dysplastisches Muttermal, auch atypisch genannt, ist ein pigmentiertes Muttermal, das etwas "anders" aussieht als ein gewöhnliches, aber noch kein Melanom ist. Oft:

Das ist ein zentraler Typ, denn atypische Muttermale — besonders wenn es viele davon gibt — sind mit einem höheren Melanomrisiko verbunden. Ein wichtiger Hinweis: Ein einzelnes dysplastisches Muttermal wird sich meistens nie in Krebs verwandeln. Das Warnzeichen ist nicht sein Aussehen an sich, sondern die Veränderung im Laufe der Zeit. Deshalb sollten Menschen mit zahlreichen atypischen Muttermalen (dem sogenannten atypischen Nävussyndrom) regelmäßig hautärztlich betreut werden und lassen häufig eine Dermatoskopie und ein Muttermal-Mapping durchführen.

J-Skin-Tipp: Wenn du mehrere atypische Muttermale hast, markiere sie auf der Körperkarte und stelle Erinnerungen alle 3 Monate ein. Die Messfunktion und das Durchmesser-Diagramm helfen dir, schon eine kleine Zunahme zu erkennen, bevor sie mit bloßem Auge sichtbar wird.

Angeborenes Muttermal

Ein angeborenes Muttermal ist von Geburt an vorhanden oder erscheint in den ersten Lebenswochen. Eingeteilt wird es nach der Größe:

Die meisten kleinen angeborenen Muttermale sind ungefährlich, aber weil sie "mit dem Kind mitwachsen", lohnt es sich, sie regelmäßig zu beobachten und zu dokumentieren. Jeder Haarwuchs oder jede Verdickung innerhalb eines solchen Muttermals sollte vom Hautarzt beurteilt werden.

Sutton-Nävus (Halo)

Ein Sutton-Nävus ist ein gewöhnliches Muttermal, das von einem hellen, pigmentfreien Ring umgeben ist — daher der zweite Name "Halo". Er entsteht, wenn das Immunsystem beginnt, die Pigmentzellen des Muttermals allmählich abzubauen; mit der Zeit kann das Muttermal ganz verschwinden und einen hellen Fleck hinterlassen.

Bei Kindern und jungen Erwachsenen ist das meist ein gutartiges Phänomen. Trotzdem sollte man es einem Arzt zeigen — vor allem, wenn es bei einem Erwachsenen auftritt, wenn der Ring unregelmäßig ist oder das zentrale Muttermal ungewöhnlich aussieht.

Lentigines (Sonnenflecken)

Das sind flache, braune Flecken, die durch eine örtliche Pigmentansammlung entstehen. Solare Lentigines (Altersflecken) treten an der am stärksten der Sonne ausgesetzten Haut auf — Gesicht, Händen und Dekolleté — und sind ein Zeichen kumulierter UV-Belastung. An sich sind sie gutartig, doch ihr Vorhandensein erinnert daran, dass diese Haut stark der Sonne ausgesetzt war, was ein Risikofaktor ist. Manchmal ist es schwer, ein harmloses Lentigo von einer frühen bösartigen Veränderung (Lentigo maligna) zu unterscheiden, daher verdient ein neuer, wachsender oder dunkler werdender Fleck bei einem älteren Menschen immer die Beurteilung durch einen Hautarzt.

Gutartige Nachahmer — das sind keine Muttermale

Manche Hautveränderungen sehen aus wie Muttermale, sind es aber nicht:

Das Problem ist, dass diese Veränderungen für ein ungeübtes Auge von einem echten Muttermal — und manchmal von einem Melanom — kaum zu unterscheiden sind. Statt zu raten, ist es daher besser, die Veränderung zu beobachten und einem Facharzt zu zeigen, wenn sie sich verändert.

Welche Muttermale beobachten und wann zum Arzt

Unabhängig vom Typ des Muttermals lohnt sich ein Besuch beim Hautarzt, wenn du Folgendes bemerkst:

Das beste Bewertungswerkzeug ist die ABCDE-Regel, und wenn du wissen möchtest, wie die frühesten bösartigen Veränderungen aussehen, lies unseren Artikel darüber, wie ein Melanom aussieht und welche ersten Anzeichen es hat.

Genau hier hilft die regelmäßige Überwachung. In J-Skin kannst du alle deine Muttermale auf der Körperkarte markieren, für jedes eine eigene Fotohistorie führen und sie im Lauf der Zeit vergleichen. So fällt es dir — egal ob du gewöhnliche oder atypische Muttermale hast — leichter, jene eine Veränderung zu erkennen, die wirklich eine Abklärung erfordert.

Dieser Artikel dient der Aufklärung und ersetzt keine hautärztliche Untersuchung. Wenn du Zweifel an irgendeinem Muttermal hast, wende dich an einen Arzt.

Starte die Überwachung deiner Muttermale

Lade J-Skin kostenlos herunter und prüfe deine Muttermale mit der ABCDE-Regel.

Bei Google Play herunterladen