Das Melanom ist ein bösartiger Hautkrebs, der aus den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) entsteht. Das klingt bedrohlich – und kann es auch sein –, doch früh erkannt gehört es zu den am besten behandelbaren Krebsarten. Entscheidend ist, zu wissen, wie ein Melanom im Frühstadium aussieht, und zu reagieren, wenn etwas auf deiner Haut vom Gewohnten abweicht. Dieser Artikel zeigt, worauf du achten solltest – wobei kein Text und keine App die Untersuchung beim Hautarzt ersetzen kann.
Wie sieht ein frühes Melanom aus?
Ein frühes Melanom ist meist ein flacher oder leicht erhabener Fleck, der sich von der umgebenden Haut abhebt. Es wird leicht mit einem gewöhnlichen Muttermal verwechselt – deshalb kommt es auf die Details an. Typische Merkmale einer frühen Veränderung sind:
- Asymmetrie – die eine Hälfte passt in Form oder Farbe nicht zur anderen
- Unregelmäßige, ausgefranste Ränder – statt einer glatten, gleichmäßigen Kontur
- Ungleichmäßige Farbe – mehrere Brauntöne, Schwarz und manchmal Rot, Weiß oder Blau in einer Veränderung
- Größenzunahme – die Veränderung wächst oder verändert ihre Form über Wochen und Monate
Wichtig: Ein frühes Melanom schmerzt und juckt in der Regel nicht. Das Fehlen von Beschwerden bedeutet nicht, dass die Veränderung harmlos ist – deshalb beurteilen wir sie vor allem mit den Augen.
ABCDE – das Aussehen in konkrete Merkmale übersetzt
Der einfachste Weg, das Aussehen eines Muttermals zu beurteilen, ist die ABCDE-Regel. Jeder Buchstabe beschreibt ein Merkmal, das du mit bloßem Auge erkennen kannst:
- A – Asymmetrie: die beiden Hälften des Muttermals unterscheiden sich
- B – Begrenzung: ungleichmäßig, ausgefranst, verschwommen oder eingekerbt
- C – Colorit (Farbe): mehrere unterschiedliche Töne in einer Veränderung
- D – Durchmesser: klassisch über 6 mm, auch wenn Melanome kleiner sein können
- E – Entwicklung: jede Veränderung im Lauf der Zeit – das wichtigste Anzeichen überhaupt
Wenn du alle fünf Kriterien im Detail durchgehen möchtest, sieh dir unseren eigenen Ratgeber an: wie du ein Muttermal nach der ABCDE-Regel beurteilst. Er ist die Grundlage der Selbstuntersuchung.
Amelanotisches (farbloses) Melanom – wenn das Braun fehlt
Die meisten Menschen suchen nach einem dunklen, schwarz-braunen Fleck. Es gibt jedoch das amelanotische Melanom, das den üblichen Farbstoff nicht bildet. Es kann aussehen wie:
- ein rosa oder roter Knoten, der nicht verschwindet
- eine hautfarbene Veränderung, leicht schuppig oder glänzend
- eine nicht heilende „Wunde", die blutet und immer wiederkehrt
Dieser Typ ist besonders trügerisch, weil er leicht mit einer Reizung, einem Pickel oder einem Stich verwechselt wird. Wenn eine rosa oder rote Veränderung länger als ein paar Wochen bestehen bleibt und sich verändert, zeige sie einem Hautarzt.
Noduläres Melanom – ein schnell wachsender Knoten
Das noduläre Melanom ist eine der aggressiveren Formen, weil es in die Tiefe der Haut wächst und nicht nur in die Breite. Es sieht oft anders aus als der klassische flache Fleck:
- ein erhabener, fester Knoten – schwarz, braun, manchmal rot oder hautfarben
- schnelles Wachstum – innerhalb von Wochen, nicht Jahren
- Neigung zu Bluten, Nässen oder Geschwürbildung
Hier hilft die EFG-Regel (aus dem Englischen): Elevated (erhaben), Firm (fest tastbar) und Growing (wachsend). Ein Knoten, der alle drei Merkmale erfüllt, muss dringend abgeklärt werden – das noduläre Melanom passt nicht immer in das klassische ABCDE-Schema.
Melanom an Händen, Füßen und unter dem Nagel
Das akrale Melanom entsteht an Stellen, die bei der Selbstuntersuchung leicht vergessen werden: an den Fußsohlen, den Handflächen und unter den Nägeln. Entgegen der landläufigen Meinung hängt es nicht von Sonnenbestrahlung ab und betrifft daher auch Menschen mit dunklerem Hauttyp.
Worauf du achten solltest:
- ein dunkler, braun-schwarzer Streifen unter dem Nagel, der sich verbreitert oder auf die Haut des Nagelwalls übergreift (Hutchinson-Zeichen)
- ein neuer, dunkler, unregelmäßiger Fleck an Sohle oder Handfläche
- eine Veränderung ohne Zusammenhang mit einer Verletzung oder die nach mehreren Wochen nicht verblasst
Nicht jeder Streifen unter dem Nagel ist ein Melanom – oft ist es ein einfacher Bluterguss nach einer Verletzung, der mit dem Nagelwachstum „mitwandert". Aber ein Streifen, der sich verbreitert oder nicht verschiebt, verdient eine Abklärung.
Wie unterscheidet sich ein Melanom von einem normalen Muttermal?
Ein gesundes, gutartiges Muttermal ist meist symmetrisch, gleichmäßig gefärbt, hat glatte Ränder und bleibt über die Zeit stabil. Es kann erhaben oder flach, hell oder dunkel sein – all das ist normal. Bedenklich wird es erst, wenn eine Veränderung:
- anders aussieht als alle anderen Muttermale auf deinem Körper
- sich allmählich verändert – in Form, Farbe oder Größe
- anfängt zu jucken, zu bluten, zu schuppen oder eine Kruste zu bilden
Hier hilft das Zeichen des hässlichen Entleins (ugly duckling): Die meisten deiner Muttermale sehen ähnlich aus und bilden eine Art „Familie". Das Melanom ist oft jenes, das aus der Reihe tanzt – anders in Farbe, Form oder Größe. Wenn dir ein Muttermal sofort ins Auge fällt, ist das kein Zufall.
Wie J-Skin hilft, eine Veränderung früh zu erkennen
Die frühen Anzeichen eines Melanoms sind selten dramatisch – es sind feine, langsame Veränderungen. Genau deshalb hilft eine systematische Dokumentation:
- Fotos über die Zeit – fotografiere deine Muttermale und vergleiche sie in vier Modi, um die Entwicklung zu sehen
- Messung in Millimetern – mit der Münzkalibrierung berechnet die App den tatsächlichen Durchmesser, sodass du echtes Wachstum siehst und keine Täuschung
- ABCDE-Modul – führt dich durch jedes Kriterium des Aussehens
- Erinnerungen – regelmäßige Sitzungen alle 3–6 Monate, damit nichts entgeht
- PDF-Bericht für den Arzt – nimm deinen Foto- und Messverlauf mit zum Termin
J-Skin stellt keine Diagnose und ersetzt keinen Arzt – es ist ein Beobachtungswerkzeug, das dir hilft zu erkennen, wann sich eine Untersuchung lohnt.
Wann zum Arzt – zögere nicht
Vereinbare so bald wie möglich einen Termin beim Hautarzt, wenn du Folgendes bemerkst:
- einen neuen oder sich verändernden Knoten, der schnell wächst
- ein Muttermal, das blutet, nässt oder eine nicht heilende Wunde bildet
- eine Veränderung, die mehrere ABCDE-Kriterien erfüllt
- eine rosa oder rote Veränderung, die nicht verschwindet (möglicherweise ein amelanotisches Melanom)
- einen dunklen, sich verbreiternden Streifen unter einem Nagel
- ein „hässliches Entlein"-Muttermal, das deutlich aus der Reihe fällt
Wenn du unsicher bist, was bei einem Facharztbesuch passiert und wann eine Dermatoskopie nötig ist, lies unseren Ratgeber: wann du zum Hautarzt gehen solltest und was Dermatoskopie ist.
Es ist besser, dem Arzt eine harmlose Veränderung einmal zu oft zu zeigen, als ein Melanom einmal zu wenig zu übersehen. Früherkennung rettet Leben.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Aufklärung und ersetzt nicht die Konsultation eines Hautarztes. Jede beunruhigende oder sich verändernde Hautveränderung muss von einem Arzt beurteilt werden.
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