Ratgeber

Wie ein Melanom aussieht — erste Anzeichen

6 Min.

Das Melanom ist ein bösartiger Hautkrebs, der aus den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) entsteht. Das klingt bedrohlich – und kann es auch sein –, doch früh erkannt gehört es zu den am besten behandelbaren Krebsarten. Entscheidend ist, zu wissen, wie ein Melanom im Frühstadium aussieht, und zu reagieren, wenn etwas auf deiner Haut vom Gewohnten abweicht. Dieser Artikel zeigt, worauf du achten solltest – wobei kein Text und keine App die Untersuchung beim Hautarzt ersetzen kann.

Wie sieht ein frühes Melanom aus?

Ein frühes Melanom ist meist ein flacher oder leicht erhabener Fleck, der sich von der umgebenden Haut abhebt. Es wird leicht mit einem gewöhnlichen Muttermal verwechselt – deshalb kommt es auf die Details an. Typische Merkmale einer frühen Veränderung sind:

Wichtig: Ein frühes Melanom schmerzt und juckt in der Regel nicht. Das Fehlen von Beschwerden bedeutet nicht, dass die Veränderung harmlos ist – deshalb beurteilen wir sie vor allem mit den Augen.

ABCDE – das Aussehen in konkrete Merkmale übersetzt

Der einfachste Weg, das Aussehen eines Muttermals zu beurteilen, ist die ABCDE-Regel. Jeder Buchstabe beschreibt ein Merkmal, das du mit bloßem Auge erkennen kannst:

Wenn du alle fünf Kriterien im Detail durchgehen möchtest, sieh dir unseren eigenen Ratgeber an: wie du ein Muttermal nach der ABCDE-Regel beurteilst. Er ist die Grundlage der Selbstuntersuchung.

J-Skin-Tipp: Eine langsame Entwicklung ist am schwersten zu erkennen, denn von einem Tag auf den anderen sieht die Veränderung gleich aus. Regelmäßige Fotos in J-Skin und ihr Vergleich über die Zeit zeigen Unterschiede, die das Auge nicht erfasst.

Amelanotisches (farbloses) Melanom – wenn das Braun fehlt

Die meisten Menschen suchen nach einem dunklen, schwarz-braunen Fleck. Es gibt jedoch das amelanotische Melanom, das den üblichen Farbstoff nicht bildet. Es kann aussehen wie:

Dieser Typ ist besonders trügerisch, weil er leicht mit einer Reizung, einem Pickel oder einem Stich verwechselt wird. Wenn eine rosa oder rote Veränderung länger als ein paar Wochen bestehen bleibt und sich verändert, zeige sie einem Hautarzt.

Noduläres Melanom – ein schnell wachsender Knoten

Das noduläre Melanom ist eine der aggressiveren Formen, weil es in die Tiefe der Haut wächst und nicht nur in die Breite. Es sieht oft anders aus als der klassische flache Fleck:

Hier hilft die EFG-Regel (aus dem Englischen): Elevated (erhaben), Firm (fest tastbar) und Growing (wachsend). Ein Knoten, der alle drei Merkmale erfüllt, muss dringend abgeklärt werden – das noduläre Melanom passt nicht immer in das klassische ABCDE-Schema.

Melanom an Händen, Füßen und unter dem Nagel

Das akrale Melanom entsteht an Stellen, die bei der Selbstuntersuchung leicht vergessen werden: an den Fußsohlen, den Handflächen und unter den Nägeln. Entgegen der landläufigen Meinung hängt es nicht von Sonnenbestrahlung ab und betrifft daher auch Menschen mit dunklerem Hauttyp.

Worauf du achten solltest:

Nicht jeder Streifen unter dem Nagel ist ein Melanom – oft ist es ein einfacher Bluterguss nach einer Verletzung, der mit dem Nagelwachstum „mitwandert". Aber ein Streifen, der sich verbreitert oder nicht verschiebt, verdient eine Abklärung.

Wie unterscheidet sich ein Melanom von einem normalen Muttermal?

Ein gesundes, gutartiges Muttermal ist meist symmetrisch, gleichmäßig gefärbt, hat glatte Ränder und bleibt über die Zeit stabil. Es kann erhaben oder flach, hell oder dunkel sein – all das ist normal. Bedenklich wird es erst, wenn eine Veränderung:

Hier hilft das Zeichen des hässlichen Entleins (ugly duckling): Die meisten deiner Muttermale sehen ähnlich aus und bilden eine Art „Familie". Das Melanom ist oft jenes, das aus der Reihe tanzt – anders in Farbe, Form oder Größe. Wenn dir ein Muttermal sofort ins Auge fällt, ist das kein Zufall.

Wie J-Skin hilft, eine Veränderung früh zu erkennen

Die frühen Anzeichen eines Melanoms sind selten dramatisch – es sind feine, langsame Veränderungen. Genau deshalb hilft eine systematische Dokumentation:

J-Skin stellt keine Diagnose und ersetzt keinen Arzt – es ist ein Beobachtungswerkzeug, das dir hilft zu erkennen, wann sich eine Untersuchung lohnt.

Wann zum Arzt – zögere nicht

Vereinbare so bald wie möglich einen Termin beim Hautarzt, wenn du Folgendes bemerkst:

Wenn du unsicher bist, was bei einem Facharztbesuch passiert und wann eine Dermatoskopie nötig ist, lies unseren Ratgeber: wann du zum Hautarzt gehen solltest und was Dermatoskopie ist.

Es ist besser, dem Arzt eine harmlose Veränderung einmal zu oft zu zeigen, als ein Melanom einmal zu wenig zu übersehen. Früherkennung rettet Leben.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Aufklärung und ersetzt nicht die Konsultation eines Hautarztes. Jede beunruhigende oder sich verändernde Hautveränderung muss von einem Arzt beurteilt werden.

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