Die eigenen Muttermale zu beobachten ist eine gute Gewohnheit, hat aber Grenzen. Irgendwann lohnt es sich, die Haut einer Fachärztin oder einem Facharzt zu zeigen — und dabei geht es nicht um Panik, sondern um ruhige, bewusste Vorsorge. In diesem Artikel erklären wir, wann du zum Hautarzt gehen solltest, wie eine Muttermal-Untersuchung abläuft, was Dermatoskopie und Videodermatoskopie sind und wie du dich gut auf den Termin vorbereitest.
Signale, bei denen du sofort zum Hautarzt gehst
Manche Veränderungen sollten nicht bis zur nächsten Routinekontrolle warten. Vereinbare ohne Verzögerung einen Termin, wenn du Folgendes bemerkst:
- Ein Muttermal, das von selbst blutet, ohne Verletzung
- Eine schnelle Veränderung innerhalb von Wochen oder wenigen Monaten — Wachstum oder ein Wandel von Form oder Farbe
- Neue Symptome: Juckreiz, Brennen, Schmerz, Verkrustung oder eine Wunde, die nicht heilt
- Ein Muttermal, das die ABCDE-Kriterien erfüllt (Asymmetrie, unregelmäßiger Rand, mehrere Farben, Durchmesser über 6 mm, Entwicklung)
- Das hässliche Entlein — ein Fleck, der sich deutlich von all deinen anderen Muttermalen abhebt
- Ein dunkler Streifen unter einem Nagel, der nicht mit dem Nagel herauswächst und nicht verblasst
Wenn du auffrischen möchtest, wie man ein Muttermal zu Hause beurteilt, sieh dir unseren Leitfaden zur ABCDE-Regel an. Es hilft auch zu wissen, wie ein Melanom aussieht und welche ersten Anzeichen es zeigt — so unterscheidest du leichter ein gewöhnliches Muttermal von einer Veränderung, die dringend abgeklärt werden muss.
Wer sollte regelmäßig zur Kontrolle?
Auch ohne beunruhigende Symptome sollten manche Menschen ihre Muttermale regelmäßig kontrollieren lassen. Du gehörst zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko, wenn du:
- viele Muttermale hast (mehr als 50) oder mehrere atypische (dysplastische) Muttermale
- eine familiäre Vorgeschichte von Melanom oder anderem Hautkrebs hast
- selbst schon wegen einer Hautveränderung behandelt wurdest
- einen hellen Hauttyp, rote oder blonde Haare, Sommersprossen hast und schnell einen Sonnenbrand bekommst
- früher Sonnenbrände mit Blasen hattest, besonders in der Kindheit, oder das Solarium genutzt hast
- ein geschwächtes Immunsystem hast, etwa nach einer Organtransplantation
Wenn mehrere dieser Punkte auf dich zutreffen, betrachte die Hautkontrolle als Routineuntersuchung — als Teil deiner Gewohnheiten, nicht als Reaktion auf Angst.
Wie läuft ein Termin beim Hautarzt ab?
Die Muttermal-Untersuchung ist schmerzfrei und meist schnell. Typischerweise verläuft sie so:
- Anamnese — die Ärztin oder der Arzt fragt nach neuen oder sich verändernden Muttermalen, Symptomen, deiner Sonnengeschichte und Hautkrebsfällen in der Familie.
- Untersuchung der gesamten Haut — idealerweise des ganzen Körpers, einschließlich Kopfhaut, Füße, Zwischenräume der Zehen und Nägel. Komm am besten ohne Make-up und ohne Nagellack.
- Dermatoskopie — eine detaillierte Beurteilung ausgewählter Veränderungen unter Vergrößerung.
- Empfehlungen — Beobachtung, eine Kontrolle nach einer festgelegten Zeit oder eine Überweisung zur Entfernung und Untersuchung einer Veränderung.
Was ist Dermatoskopie?
Die Dermatoskopie ist eine Untersuchung der Haut mit einem Dermatoskop — einem Handgerät mit starker Vergrößerung und Beleuchtung. Es erlaubt einen Blick unter die Hautoberfläche und zeigt Strukturen und Pigmentmuster, die mit bloßem Auge unsichtbar sind. Dadurch unterscheidet der Hautarzt gutartige Veränderungen viel genauer von verdächtigen und verringert die Zahl unnötiger Eingriffe.
Die Untersuchung ist nicht-invasiv und schmerzfrei. Das Dermatoskop wird auf die Haut aufgesetzt, manchmal mit etwas Gel oder Flüssigkeit, um die Klarheit zu verbessern. Die Beurteilung eines einzelnen Muttermals dauert nur wenige Sekunden.
Videodermatoskopie und Muttermal-Kartierung
Die Videodermatoskopie ist Dermatoskopie in Kombination mit einer Kamera und Software. Die Bilder der Muttermale werden digital gespeichert, sodass man sie bei späteren Terminen vergleichen und selbst kleine Veränderungen im Lauf der Zeit erkennen kann.
Bei Menschen mit vielen oder atypischen Muttermalen wird manchmal eine Muttermal-Kartierung (Mole Mapping) durchgeführt — Ganzkörperfotos plus dermatoskopische Aufnahmen ausgewählter Veränderungen ergeben eine „Karte", zu der man bei der nächsten Kontrolle zurückkehrt. Das ist besonders wertvoll bei Risikopatienten, denn entscheidend ist nicht eine einzelne Beurteilung, sondern das Verfolgen der Entwicklung über die Zeit.
Und wenn der Arzt eine Biopsie empfiehlt?
Sieht eine Veränderung verdächtig aus, kann die Hautärztin vorschlagen, sie zu entfernen und histopathologisch untersuchen zu lassen (eine Biopsie). Üblicherweise wird das Muttermal unter örtlicher Betäubung chirurgisch herausgeschnitten und an ein Labor geschickt, wo seine Natur unter dem Mikroskop beurteilt wird.
Bleib ruhig: Die allermeisten entfernten Veränderungen erweisen sich als gutartig. Ein Muttermal zu entfernen ist ein diagnostischer Schritt und eine Vorsichtsmaßnahme, keine Bestätigung einer Erkrankung. Und sollte sich eine Veränderung tatsächlich als bösartig herausstellen, ist die Prognose bei früher Erkennung sehr gut — genau deshalb sollte man eine Untersuchung nicht aufschieben.
Wie oft die Muttermale kontrollieren lassen?
Es gibt keine einheitliche Regel für alle — die Häufigkeit hängt von deinem Risiko ab:
- Geringes Risiko, wenige Muttermale, keine Vorbelastung: eine Kontrolle alle 1–2 Jahre plus monatliche Selbstuntersuchung.
- Erhöhtes Risiko (viele Muttermale, atypische Muttermale, familiäre Vorgeschichte): eine Kontrolle einmal im Jahr oder häufiger, nach ärztlichem Rat.
- Nach einer Melanom-Behandlung oder bei Veränderungen unter Beobachtung: zu den vom Facharzt festgelegten Zeitpunkten, oft alle 3–6 Monate.
Unabhängig vom Zeitplan — jede plötzliche, beunruhigende Veränderung ist ein Grund für einen früheren Termin.
Wie du dich auf den Termin vorbereitest
Eine gute Vorbereitung macht die Beratung wirksamer und du gehst beruhigter heraus. Vor dem Termin:
- Komm ohne Make-up, Selbstbräuner und Nagellack, in Kleidung, die sich leicht ausziehen lässt.
- Bereite eine Liste der Veränderungen vor, die dich beunruhigen, sowie konkrete Fragen.
- Notiere, seit wann du die Veränderung beobachtest und was sich genau verändert hat.
- Bring eine Fotohistorie der betreffenden Muttermale mit — Aufnahmen von verschiedenen Daten, die die Entwicklung zeigen, sind für den Arzt am nützlichsten.
Genau hier hilft J-Skin. Die App speichert eine datierte Fotohistorie jedes Muttermals, misst dank Münz-Kalibrierung automatisch seinen Durchmesser in Millimetern und bewahrt deine ABCDE-Notizen auf. Du kannst einen PDF-Bericht mit Zeitachse, Durchmesser-Verlaufsdiagramm und ausgewählten Fotos erstellen und ihn dann deinem Arzt zeigen oder vor dem Termin senden. Das macht aus einem vagen „ich glaube, es ist etwas gewachsen" konkrete Daten.
Denk daran: Die App ersetzt keinen Arzt
J-Skin hilft dir, deine Muttermale zu beobachten, zu messen und zu dokumentieren, damit du den Moment nicht verpasst, in dem sich etwas verändert. Sie stellt jedoch keine Diagnose und ersetzt keine dermatoskopische Untersuchung. Wenn du Zweifel hast oder eines der oben beschriebenen Signale bemerkst — vereinbare einen Termin beim Hautarzt. Früherkennung ist der wirksamste Schutz, den du hast.
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